
Der Detektivberuf hat einen gewissen Reiz für die Männerwelt. Das ist kein Wunder, wissen wir doch durch zahllose Filme, dass Detektive eisenharte Typen sind, die aufregende Aufträge von geheimnisvollen, erotischen Witwen erhalten, mit denen die Herren Privatermittler im Normalfall auch die Matratze teilen dürfen. Dass die Realität normalerweise darin besteht, bei Eiseskälte in einem verbeulten Opel Astra zu hocken und zu warten, bis der untreue Ehegemahl der angejahrten Auftraggeberin endlich in der Wohnung seiner Sekretärin verschwunden ist und man durch das Schlafzimmerfenster heimlich ein paar belastende dreckige Fotos schießen kann - nun ja, Schwamm drüber. Es ändert wenig am mythischen Ruf der Profession.
Im Jahre 1968 versuchte die eindrucksvoll benannte Int. Privat-Detektiv-Agentur aus der brodelnden Detektivmetropole Lörrach in Baden von der Anziehungskraft des Detektivberufs zu profitieren. Unbescholtene Personen über 18 Jahren - wohlgemerkt zu einer Zeit, als die Volljährigkeit erst mit 21 begann - sollten per Fernkurs die Kunst des Schnüffelns erlernen und dann als Beweis ihrer erworbenen brillanten Qualifikation Abschlusszeugnis, Urkunde und Ausweis erhalten. Bedauerlicherweise war das alles höchstens als Wandschmuck im Gästeklo geeignet. In Deutschland gibt es nämlich keine Ausbildung zum Detektiv, und folglich sind die ganzen (sicherlich mit tollen Logos versehenen) Dokumente wertlos wie alte Wurstpellen. Nebenbei bemerkt: Die Aufgabe eines Detektivs ist es, Dinge herauszufinden. Wer aber nicht einmal in der Lage ist, in Erfahrung zu bringen, dass man hierzulande nichts weiter benötigt als einen problemlos erhältlichen Gewerbeschein, um als Detektiv tätig zu werden, der ist für den Beruf vielleicht nicht übermäßig talentiert.
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